Der Weltraum begeistert mich seit vielen Jahren und mir gefällt die Vorstellung, dort Zeit zu verbringen, schwerelos, mit einer einzigartigen Aussicht auf die Erde und den Weltraum selber.

Der Marsianer zeigt auf packende Weise den Überlebenskampf eines Menschen, der sich vollkommen alleine auf dem Mars, dem roten Planeten, befindet.

Die Geschichte

Der Astronaut Mark Watney gerät bei einer Expedition auf dem Mars in einen Sandsturm und verliert das Bewusstsein. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, ist er alleine. Seine Crew befindet sich bereits wieder auf dem Weg zur Erde in dem Glauben, er sei tot. Doch Watney hat überlebt. Als er registriert, dass er alleine zurecht kommen muss, macht er sich an die Arbeit und zieht in die Wohnkuppel ein, die er kurzerhand zu einem Acker umbaut, um Kartoffeln anzubauen. Der Boden auf dem Mars eignet sich nicht für den Anbau, doch glücklicherweise kennt er sich als Botaniker in diesem Bereich aus und hat von der Erde für Experimente fruchtbaren Boden mitgebracht. Er gewinnt Wasser und bewirtschaftet insgesamt um die 170 Quadratmeter Ackerboden. Sein Kampf ums Überleben ist damit aber noch lange nicht vorbei. In vier Jahren wird die nächste Mission den Mars besuchen, doch seine Nahrungsmittel reichen niemals für einen solch langen Zeitraum. Er wird verhungern. Immer und immer wieder überdenkt er Pläne, baut die Wohnkuppel um, den Rover, versucht alles, um diese vier Jahre zu überleben. Währenddessen kümmert sich die NASA um einen Plan, Watney zu retten. Sie bauen eine Versorgungssonde, doch der Start missglückt. Dann entschließen sie sich, einen weiteren Plan in die Tat umzusetzen, doch dabei könnte die gesamte Crew samt Watney sterben. Sie lassen die Crew zurück zum Mars fliegen um Watney mit einem Fly by-Manöver zu retten, doch dafür müssen beide Seiten alles riskieren.

Jetzt sitze ich im Rover. Ich habe zwei volle Batterien, alle Systeme funktionieren, und vor mir liegt eine Fahrt von 45 Marstagen. Schiaparelli oder Tod!
Seite 396

Emotional hat mich diese Geschichte mitgerissen wie kein anderes Buch. Aber ich möchte versuchen, diese Emotionen in Worte zu fassen, was nicht ganz leicht wird. Vorab: Der Marsianer ist mein absolutes Jahreshighlight! Ich glaube nicht, dass mich in nächster Zeit ein Buch noch einmal so überwältigen wird. Ich war darauf nicht vorbereitet. Könnt ihr euch vorstellen, als einziger Mensch auf dem Mars zu leben, zurückgelassen, ohne ausreichend Nahrung und Wasser, keine Möglichkeit zur Erde zurückzukehren? Es ist grausam und doch auch in gewisser Weise faszinierend, denn es ist möglich, den Mars zu erkunden, Wissen zu erlangen, was sonst  bei Missionen in einem solch riesigen Umfang niemals möglich wäre. Die Geschichte ist absolut realistisch. Vielleicht nicht heute, aber in zehn Jahren, vielleicht in zwanzig?

Andy Weir hat mich zum Lachen und auch zum Weinen gebracht mit diesem grandiosen, wahnsinnig tollen und atemberaubenden Science Fiction-Roman. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, denn ich wollte unbedingt wissen, ob Watney überlebt oder ob ich einem grauenvollen Ende ins Auge blicken muss. In beiden Fällen – und das war mir klar – hätte ich geheult wie ein Schlosshund. Und das habe ich! Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte gepackt, begeistert, einfach umgehauen. Mark Watney ist ein absolut perfekter Charakter und Protagonist, der seinen Humor auch in den schrecklichsten Situationen nicht verliert. An so vielen Textstellen musste ich herzhaft lachen, doch der Spannungsbogen wurde bis zur letzten Seite immer stärker und stärker. Immer schneller flogen die Seiten dahin und ich hoffte das beste für alle. Ich wollte nicht, dass die Crew stirbt, aber noch weniger wollte ich, dass Mark Watney stirbt. Ganz alleine. Im Weltraum. Keine Aussicht auf Rettung. Diese Vorstellung ist so grauenvoll und schrecklich, aber ich habe durchgehalten. Bis zum Ende.

Ich muss keine Aufgaben mehr erledigen, keine widerspenstigen Planeten mehr besiegen. Ich habe die letzte Marskartoffel gegessen. Ich habe zum letzten Mal im Rover geschlafen. Ich habe die letzten Fußabdrücke im roten Staub hinterlassen. Heute verlasse ich auf die eine oder andere Weise den Mars. Verdammt noch mal, das wird aber auch Zeit.
Seite 474

687 Tage hat Mark Watney auf dem Mars verbracht und diese Zeit hat ebenfalls die NASA versucht, ihm zu helfen, ihn zu retten. Tag und Nacht haben sie Pläne geschmiedet, diese wieder verworfen, andere entwickelt, bis der eine Plan in die Tat umgesetzt wurde. Zunächst wollten sie der Crew nicht sagen, dass Watney überlebt hat, doch sie konnten es ihnen nicht verheimlichen. Die Vorstellung, jemanden auf dem Mars verloren zu haben, ist schrecklich, doch noch schlimmer ist der Gedanke, jemanden leben auf dem Mars zurückgelassen zu haben.

Der Marsianer ist absolut beeindruckend und Watneys Kampf ums Überleben zehrt an den Nerven. Ich habe um ihn gebangt, seine Fortschritte verfolgt und seine Gedanken, und von Anfang an wollte ich, dass er gerettet wird. Einsam auf einem fremden Planeten zu sterben, durch Verhungern oder Verdursten … Das durfte einfach nicht passieren.

Fazit

Andy Weir hat mich gepackt, mitgerissen und einfach begeistert mit diesem Roman. Der Marsianer ist spannend, schockierend und absolut realistisch. Die Charaktere sind grandios und überhaupt ist dieses Buch ein vollkommener Erfolg! Einfach nur lesenswert. Dieses Buch müsst ihr gelesen haben. Wirklich.


Bibliografisches

Andy Weir: Der Marsianer
The Martian
Verlag: Heyne
Genre: Science Fiction
ISBN: 978-3453315839
Seiten: 509

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