Fantasy kann mich immer wieder aufs Neue begeistern. Geschichten voller Tiefgang und Emotionen. Fantasy bietet unglaublich viele Möglichkeiten und nachdem so viele Leser von Patrick Rothfuss geschwärmt haben, habe ich auch endlich zu dieser wundervollen Geschichte gegriffen, die mich am Ende nur unglaublich neugierig gemacht hat auf die folgenden Bände.

In Der Name des Windes geht es um einen großen Magier, einen Musiker, der mit seinen Liedern sogar die Sänger zum Weinen bringt.

Die Geschichte

Kvothe ist der begabte Sohn fahrender Spielleute und hegt große Träume. Später einmal möchte er auf die Universität gehen und sein unglaubliches Wissen anwenden. Doch dann findet er das Lager seiner Truppe verwüstet, seine Mutter und sein Vater tot. Ganz alleine muss er sich nun durchschlagen, doch für ihn ist es klar, dass er unbedingt zur Universität muss um Geld verdienen zu können. Das Wichtigste allerdings: die Bibliothek. Die Chandrian, gefährliche Dämonen, haben seine Eltern ermordet, denn sie haben die falschen Lieder gesungen. Wer sind diese schleichenden Mörder? Wieso mussten seine Eltern sterben? Kvothe riskiert alles, um ihnen auf die Spur zu kommen. Er schlägt sich als Betteljunge in der Hafenstadt Tarbean durch, bis er endlich an der Universität aufgenommen wird, als jüngster Schüler des Arkanums. Hier erhofft er sich, dem Geheimnis der Chandrian näher zu kommen, sie richten zu können, doch das wird für Kvothe schwieriger als gedacht.

Wir wissen praktisch schon am Anfang, wie es ausgehen wird. Das gefällt uns so an Geschichten. Sie sind so klar und einfach, wie unser wahres Leben das niemals ist.
Seite 398

Selten habe ich ein Buch gelesen, das so ruhig geschrieben wurde, wie Patrick Rothfuss‘ Der Name des Windes. Und trotzdem steckt die Geschichte voller spannender und atemberaubender Abenteuer, die der junge Kvothe mit uns teilt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Protagonist erzählt die Geschichte, neben immer wiederkehrenden Pausen. Kvothe berichtet das Geschehen dem Chronisten, den wir in den ersten Kapiteln kennen lernen und nimmt uns mit auf eine unglaubliche Reise durch sein hartes und anstrengendes Leben.

Es gibt Autoren, die schreiben ihre Bücher mit vielen Worten und kommen nicht auf den Punkt, doch Patrick Rothfuss kommt bei jedem Satz auf den Punkt. Die Geschichte braucht so viele Worte, um den Leser zufrieden zurück zu lassen. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass die Handlung in die Länge gezogen wurde.

Kvothe ist ein wundervoller, geheimnisvoller und sympathischer Charakter, um den sich die gesamte Geschichte dreht. Er selbst setzt seine Worte mit Bedacht, ist in jeder Situation gefasst und stets um seine wenigen Freunde die er hat, bemüht. Obwohl Kvothe noch unglaublich jung ist, als er an der Universität in Imre aufgenommen wird, kam mir das gar nicht so vor, was sehr wahrscheinlich daher kommt, dass er auf den Straßen der Hafenstadt Tarbean zu viel erlebt hat.

Der vernehmlichste Teil dieser Stille war dumpf und lastend und verdankte sich dem, was fehlte. Hätte ein Wind geweht, so hätte er in den Bäumen geseufzt, hätte das Wirtshausschild quietschend zum Schaukeln gebracht und die Stille wie trudelndes Herbstlaub die Straße hinabgeweht.
Seite 11

Lest euch dieses Zitat durch und sagt mir, ob ihr die Geräusche hören könnt. Spürt ihr den Wind, der die Stille davon weht? Das quietschende Wirtshausschild? Ich konnte die Stille spüren, denn Patrick Rothfuss beschreibt das was fehlt mit dem, was sein könnte. Einfach grandios und bei mir erzeugen solche Momente eine Gänsehaut. Der Autor hat es geschafft, mit vielen Worten dennoch auf den Punkt zu kommen. Er hat eine wunderbare Stimmung in der Geschichte erzeugt, die man nicht mehr vergessen kann, die mich auch jetzt noch begleitet, wohin ich auch gehe.

Fazit

Der Name des Windes lies mich abtauchen in eine Welt, die fantastisch ist. Eine Welt voller Abenteuer. Den jungen Kvothe habe ich in mein Herz geschlossen und Patrick Rothfuss hat mich mit seinem ruhigen und gefassten Schreibstil umgehauen. Dieses Buch ist der Auftakt einer ganz besonderen Fantasy-Reihe, die mich ganz bestimmt noch viele Jahre lang begleiten wird. Ein einzigartiges Werk!


Bibliografisches

Patrick Rothfuss: Der Name des Windes
The Name of the Wind. The Kingkiller Chronicle: Day One
Verlag: Hobbit Presse | Klett-Cotta
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3608938159
Seiten: 860

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