Kann die Menschheit wirklich von Grund auf schlecht und böse sein? Handeln wir zum Wohle unseres Planeten oder bezieht sich jede Handlung eigentlich nur auf uns selbst? Achten wir auf Mitmenschen oder sehen wir täglich nur das Schlechte in ihnen? Wissen wir, was uns glücklich macht? Nehmen wir das Glück, wie es ist?

In Ich und die Menschen geht es darum, was es bedeutet, ein Mensch zu sein mit all dem Wunderbaren, was uns ausmacht, worauf wir stolz sein können, ein Hommage an die Menschheit.

Die Geschichte

Professor Andrew Martin unterrichtet in Cambridge Mathematik und ist dabei, die Riemannsche Vermutung zu beweisen, was eine durchschlagende Wirkung auf die Menschheit hätte. Plötzlich wacht er nackt auf den Straßen von Cambridge auf und ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz, ein Vonnadorianer, hat von ihm Besitz ergriffen, um das Wissen, was Andrew herausgefunden hat, zu löschen. Dieser neue Andrew hält nicht viel von den Menschen, denn er weiß, dass sie zu Egoismus neigen und sich wenig um das Wohl der Erde, ihres Planeten, kümmern. Mit jedem Tag, den er mehr bei den Menschen verbringt, die der alte Andrew geliebt hat, wird ihm bewusst, dass das Menschsein auch positive Seiten hat, dass es etwas gibt, was die Menschen, jeden einzelnen, ausmacht und er begreift, dass er seine Aufgabe auf der Erde nicht erfüllen kann.

Der Sinn des Lebens. Es gibt keinen. Die Menschen suchen nach allgemeinen Werten und Sinn in einer Welt, die so etwas nicht nur nicht bietet, sondern die dem Menschen gegenüber auch vollkommen gleichgültig ist.
Seite 60

Du denkst, die ganze Welt hat sich gegen dich verschworen und das Glück hat dich verlassen? Schaue auf das Positive, was der Mensch, was Du, in Dir trägst. Der Mensch ist nicht grundschlecht und böse und Matt Haig beweist das in diesem wunderbaren Roman Ich und die Menschen.

Die Vorstellung, dass es Lichtjahre von der Erde entfernt, andere Planeten gibt, auf denen Leben existiert, ist für viele von uns nicht greifbar, denn wir Menschen betrachten uns oft als eine großartige Leistung, die dazu verpflichtet ist, die Erde besser und schneller zu machen. Doch wir sind nicht der Anfang und auch nicht das Ende der Erde, wobei ich mir bei Letzterem nicht so sicher bin. Es gab eine Zeit vor den Menschen und es wird ganz bestimmt auch eine Zeit nach den Menschen geben. Was wir tun können, ist das Hier und Jetzt leben, uns bewusst sein, was wir für Möglichkeiten haben, was uns ausmacht und wie wir uns und andere Menschen dazu bringen können, an das Gute im Menschen zu glauben. Matt Haig schreibt auf wunderbare und einfache Weise, wie uns das gelingt. Er schickt einen Außerirdischen auf die Erde, um das Wissen und den Beweis der Riemannschen Vermutung zu eliminieren, doch dieser Außerirdische, der die Gestalt von Professor Andrew Martin annimmt, lernt das Leben zu schätzen und die Menschen, die er liebt. Aus der Sicht dieses Außerirdischen wird uns Menschen gezeigt, wie wir sind, was uns ausmacht und was das Besondere an uns ist.

Um du selbst zu bleiben, musst du dich manchmal vergessen und etwas anderes werden. Dein Charakter ist nicht für immer festgelegt. Manchmal musst du dich verändern, um mit dir selbst mitzuhalten.
Seite 324

Jeder Mensch ist einzigartig und Matt Haig ruft uns das wieder ins Gedächtnis. Mit einer unglaublichen Faszination, Intelligenz, aber auch schneidender Sachlichkeit zeigt er, wie seltsam und besonders wir sind, dass wir uns selbst ändern können. Wir können Schmerzen und Emotionen empfinden und wir sind sterblich. Doch dies ist ebenso eine Chance. Eine Chance auf ein einzigartiges Leben.

Die Dinge, die sie tun, um glücklich zu werden, sind in Wirklichkeit oft Dinge, die sie unglücklich machen.
Seite 12

Der Schreibstil ist grandios. Wir betrachten uns durch eine andere Spezies, durch einen Außerirdischen, der die Menschen erst richtig kennenlernt und Matt Haig hat mich vollkommen ergriffen mit seinem Roman, der unglaublich lustig, philosophisch und romantisch ist.

Fazit

Wie oft zweifeln wir an uns selber? Wie wäre es, wenn wir einfach mal das Gute an uns, an der Menschheit sehen und es einfach anders machen. Wenn wir nicht mehr nur sehen, was uns fehlt, sondern wenn wir das lieben, was wir haben. Matt Haig beweist, dass das Leben unendlich viele Möglichkeiten hat. Wir müssen sie nur ergreifen! Mich konnte Ich und die Menschen vollkommen überzeugen und nicht nur der Schreibstil, sondern auch die Protagonisten haben mich begeistert. Eine wunderbare Geschichte voller Tiefgang!


Bibliografisches

Ich und die Menschen
Matt Haig
Verlag: dtv
Genre: Roman
ISBN: 978-3423216043
Seiten: 351

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