Liebe Literaturjunkies!

Obwohl ich meine Abschlussarbeit zum Herrn der Ringe geschrieben habe, hängt mein Herz dennoch an einer weiteren Geschichte: Harry Potter. Diese beiden Reihen haben mich von all meinen Büchern am meisten begeistert, sodass ich sie nach beenden des letzten Buches sofort wieder von vorne beginnen könnte. Trotzdem ist es nicht möglich, dass Tolkien mit seiner vortrefflichen Geschichte Joanne Rowlings Bücher übertrumpfen kann, und in diesem Beitrag erfahrt ihr, warum …

Das Cover

Der Herr der Ringe besitzt die unterschiedlichsten Cover, wenn ich mich lediglich auf die deutschen Ausgaben beziehe. Da ich mir im letzten Jahr allerdings ein ganz spezielles und wunderbares Unikat habe anfertigen lassen, sticht der fantastische Klassiker deutlich hervor. Kein anderes Buch besitzt einen Ledereinband mit einer handgefertigten Goldfolienprägung und auf dem Cover ein Ausschnitt der Karte von Mittelerde. Kein anderes Buch aus meinem Regal hat mich so viel Geld gekostet, doch das war es durchaus wert. Der Carlsen Verlag hat bewiesen, dass auch Harry Potter ein besonderes Cover haben kann mit den von Jim Kay illustrierten Ausgaben, doch die gebundenen Ausgaben, die bereits seit vielen Jahren in den Buchhandlungen zu finden sind, sehen doch recht normal aus. Auch ich besitze diese Ausgaben und ich finde sie schön, doch etwas wirklich einzigartiges ist dort nicht zu sehen. Natürlich spielen andere Faktoren eine wichtige Rolle, warum immer noch diese Cover auf den Büchern zu sehen sind, doch diese lasse ich einmal außen vor.
Dieser Punkt geht eindeutig an Tolkiens Herrn der Ringe.

Die Haptik

Auch hier kann Tolkien glänzen. Nicht nur was den Einband betrifft, sondern auch aufgrund der Innenseiten. Das Dünndruckpapier fühlt sich besonders an und wertvoll, da es schnell einreißt, wenn man nicht aufpasst. Achtsamkeit ist hier sehr wichtig. Harry Potter liegt bezüglich der Haptik nur ein klein wenig hinter dem fantastischen Klassiker zurück. Das Papier ist rauer und besitzt eine schöne Struktur, was das Umblättern erleichtert. Dennoch merkt man den Unterschied und beim Herrn der Ringe gefällt mir das Papier und die Haptik etwas besser.
Auch dieser Punkt geht an Tolkien.

Der Schreibstil

Hier wird es ausgesprochen eng für beide Bücher. Tolkiens Schreibstil ist wunderschön, wurde jedoch durch Wolfgang Krege etwas abgeändert, um es positiv auszudrücken. Es ist unglaublich, dass Tolkien mit seinem Stil auch heute noch so viele Menschen und Leser begeistern kann, obwohl es nicht immer einfach war, dem Stil zu folgen. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich Der Herr der Ringe das erste Mal in die Hand nahm und ich nach etwa hundert Seiten abbrechen musste, weil nichts passierte. Zu Anfang werden fast ausschließlich die Hobbits beschrieben und das mehr als ausführlich. Es sind Fakten, die man sich gar nicht alle merken kann, und doch wollte ich so viel wie möglich davon mitnehmen. Ein Fehler. Man muss sich von Tolkien tragen lassen, durch lange und ausschweifende Sätze, doch man sollte sich nicht schämen, wenn man nicht sofort alles mitnehmen kann, was der Autor bietet. Nach und nach wächst man mit der Geschichte und lernt den ausführlichen Schreibstil des Autors zu lieben. Joanne Rowling konnte mich seit dem ersten Lesen gleich ab der ersten Seite begeistern mit ihrer Geschichte und auch ihrem wunderschönen Schreibstil, der selbstverständlich im Gegensatz zu Tolkien moderner ist und eigentlich auch eine jüngere Zielgruppe anspricht. Dennoch ist Harry Potter eine Geschichte für jeden Leser, egal ob 12 oder 30 Jahre. Jeder einzelne Satz ist fein gewählt, passend und für die Handlung absolut perfekt.
Sowohl Rowling, als auch Tolkien erhalten den Punkt. Somit steht es drei zu eins für Tolkiens Herrn der Ringe, an dieser Stelle, aber es kommen noch drei weitere, sehr wichtige Punkte, die am Ende zu einer Entscheidung führen …

 

Die Charaktere

Harry und seine Freunde haben mich seit meiner Kindheit begleitet. Seit ihrem ersten Abenteuer und der Ankunft in Hogwarts habe ich ihre Wege verfolgt bis zur Vernichtung der sieben Horkruxe und dem Tod von Voldemort. Harry, Ron und Hermine sind für mich absolut einzigartig, besonders und vor allem sind sie zu Freunden geworden, denn sobald ich die Bücher aufschlage erlebe ich mit ihnen die Zeit in der schönsten Schule der Welt: Hogwarts. Ein Abenteuer jagt das nächste, doch die drei halten immer zusammen. Allerdings finde ich auch Professor McGonagall absolut spitze und im siebten Teil lernen wir von ihr noch eine ganz andere Seite kennen. Joanne Rowling sind Helden, sowie Antihelden absolut gelungen. Auch Tolkien hat einzigartige Charaktere, alle so unterschiedlich, doch noch nie konnte ich mich mit Frodo oder Pippin identifizieren, obwohl ohne Frodo die Geschichte gar nicht möglich wäre. Mein Lieblingscharakter aus dem Herrn der Ringe ist Aragorn.
Da ich mit Harry, Ron und Hermine groß geworden bin, geht dieser Punkt an Joanne Rowling.

Die Handlung

Die Reise am 1. September um 11 Uhr nach Hogwarts antreten, im Hogwarts-Express reisen, Hogwarts sehen und dort leben in einem der vier Häuser. Das habe ich mir immer gewünscht. Natürlich war ich mir bewusst, dass das niemals möglich ist, doch sobald wir die erste Seite des Buches aufschlagen, ist es sehr wohl möglich. Der Sprechende Hut würde mich für Gryffindor auswählen und mein Patronus ist ein Hirschhund. Meine Schwester würde ebenfalls nach Gryffindor kommen, wie es sich für echte Geschwister gehört, denn auch die Weasleys hat der Sprechende Hut alle in dieses Haus gesteckt. Ich bin ein absoluter Potterhead und gehöre nach Hogwarts, nicht nach Mittelerde, auch wenn mich Tolkien mit seiner eigenen Welt, seiner eigenen Sprache und der Geschichte sehr begeistert. Der Herr der Ringe ist landschaftlich besonders und natürlich sind Orte wie Caras Galadhon oder das Auenland eine Reise wert, doch schon immer weilt mein Herz in Hogwarts.
Auch dieser Punkt geht an Harry Potter.

Die Symbolik

Die Symbolik ist sowohl beim Herrn der Ringe, als auch bei Harry Potter sehr stark vertreten. Der Eine Ring, der Abendstern, Anduril, Legolas‘ Bogen … Der Sprechende Hut, der Zeitumkehrer, die Zauberstäbe, der Hogwarts-Express … In ihnen erkenne ich zwei fantastische, wunderbare, spannende und grandiose Geschichten, die mich hoffentlich noch viele, viele Jahre begleiten werden. Ich habe gemeinsam mit Harry, Ron und Hermine nach den Horkruxen gejagt und gerätselt, was es mit dem Schnatz auf sich hat. Warum öffnet er sich zum Schluss? Ich bin mit Harry das erste Mal auf einem Besen geflogen und konnte mir nichts schöneres vorstellen, als mein Schuljahr im Gryffindor-Gemeinschaftsraum zu verbringen, jeden Tag durch das Schloss zu wandern und die spannenden Unterrichtsfächer zu besuchen.
Der letzte Punkt geht ebenfalls an Joanne Rowlings Harry Potter.

Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?
Joanne Rowling

Harry, Ron und Hermine bedeuten mir sehr viel und ich lese mich immer wieder gerne in diese fantastische Welt hinein, tauche in Hogwarts unter und komme eher zögerlich wieder hervor. Ich habe mein Herz wohl schon vor vielen Jahren an die Geschichte verloren, denn auch der grandiose und brilliante Klassiker Der Herr der Ringe konnte mein Herz nicht vollständig erobern. Joanne Rowling hat mein Leben bis heute geprägt!

2 thoughts on “Herzensbuch gegen Klassiker – Warum Tolkien gegen Joanne Rowling nicht gewinnen kann”

  1. Hey,

    so ein schöner Beitrag! Der Herr der Ringe war leider nie Teil meiner Kindheit, sodass sich all meine Träumereien in Hogwarts abgespielt haben. Ich habe die Bücher damals ohne Unterbrechung gelesen. War ich durch mit dem bis dato zuletzt erschienenen Band, begann ich wieder von vorn. Das war so eine unfassbar schöne und positive Obession, und noch heute fühle ich mich in Hogwarts zu Hause.

    Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich erst den ersten Band der HdR-Trilogie gelesen habe. Tatsächlich ist es wohl so, dass ich genau das, was du empfiehlst, nicht getan habe: den Text einfach auf mich wirken zu lassen, Ich glaube, ich habe viel zu angestrengt versucht, mir all die Details einzuprägen und jeden Satz zu verstehen. Wird wohl Zeit, dass ich mal mit Band zwei weitermache und das Ganze etwas entspannter angehe, denn dass Tolkiens Schreibstil wunderschön und die von ihm erschaffene Welt faszinierend und komplex ist, das steht ganz außer Frage.

    Ganz liebe Grüße

    Saskia

  2. Liebe Saskia,

    das habe ich beim ersten Lesen auch versucht. Ich wollte mir alle Einzelheiten einprägen und so habe ich bereits nach den ersten hundert Seiten wieder aufgehört. Ich glaube zweimal habe ich es versucht, bis ich es endlich, endlich geschafft habe. Und es hat sich auch wirklich gelohnt. Das Buch ist sogar noch besser als der Film, denn einige Details sind anders und fügen sich besser in das Geschehen ein.

    Liebe Grüße
    Marie

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