Hallo, ihr Lieben!

Da bald der #hdrreadathon beginnt, wollte ich mich zunächst einer Lektüre widmen, die schon sehr lange darauf wartet, gelesen zu werden und irgendwie habe ich es auch als meine Pflicht angesehen, Der Hobbit einmal zu lesen, bevor ich mit Der Herr der Ringe beginne, einem brillianten und wortgewaltigen Klassiker. Vor vielen Jahren habe ich mich an Der Hobbit heran gewagt, doch leider wusste ich gar nichts mehr von der Geschichte und mittlerweile gibt es bereits die Filme. In dieser Rezension erfahrt ihr, warum mir Der Hobbit nicht so gut gefallen hat, wie gedacht und warum ich mich nun umso mehr auf die eigentliche Lektüre von Tolkien freue.

 

Kurz und knapp

Bilbo Beutlin ist ein angesehener Hobbit aus dem Auenland und hat sich bisher nichts zu Schulden kommen lassen. In Hobbingen lebt es sich ruhig und gelassen und niemand geht dem anderen auf die Nerven. An einem wunderschönen Sommertag reitet Gandalf, ein Zauberer, durch das Land auf der Suche nach einem weiteren Mann für ein ganz besonderes Abenteuer. Am nächsten Tag tauchen 13 Zwerge auf und der arme Bilbo ist sichtlich überfordert, denn er weiß nicht, dass er der Mann ist, der die Zwerge begleiten wird auf ein Abenteuer, das noch seinen gesamten Mut fordern wird. Von einem Tag auf den anderen befindet er sich plötzlich nicht mehr im beschaulichen Hobbingen, sondern auf einer Reise zum Einsamen Berg, Smaugs Einöde. Smaug, ein Drache, hütet seit vielen Jahren einen Goldschatz, den sich die Zwerge zurückholen möchten, doch Smaug ist wachsam und kennt jedes kleine Loch des Berges. Die Zwerge brauchen Bilbo auf der Reise, denn immer wieder muss er ihnen aus der Misére helfen. Dabei hilft ihm ein ganz besonderer Ring, den er immer bei sich trägt – geheim.

 

Meine Meinung

Tolkien ist ein absoluter Meister seines Faches und mit Der Herr der Ringe hat er dies bewiesen. Die Lektüre ist absolut grandios und brilliant, doch viele haben auch von Der Hobbit in den höchsten Tönen geschwärmt. Nun ja, das kann ich leider nicht wirklich nachvollziehen. Ob es nun an der Geschichte liegt oder an der Übersetzung vermag ich nicht eindeutig zu beurteilen. Dennoch ist mir an einigen Stellen aufgefallen, wie modernisiert die Übersetzung von Wolfgang Krege ist. Textpassagen, die gar nicht zur altertümlichen Sprache von Tolkien passen und absolut erschreckend sind. So gibt es eine Stelle, in der steht Thorin & Co. Ganz ehrlich, liebe Fans, das hätte Tolkien doch niemals so geschrieben oder? Wolfgang Krege wird für seine Übersetzungen nicht gerade gelobt, doch bei Der Hobbit habe ich bisher kaum Kritik gehört. Ich bin jedoch nicht begeistert davon. Keine Frage, die Ausgabe aus dem Klett-Cotta Verlag sieht wunderschön aus und die Illustrationen von Alan Lee sind einzigartig, doch auch sie können nichts an der doch eher langweiligen Geschichte ändern. Nehmt es mir nicht übel, doch ich habe viel mehr erwartet. Spannung, Abenteuer, Schlachten, Feste und vieles mehr. Doch gespürt habe ich davon nichts. Teilweise wird das Geschehen auch von einem allwissenden Erzähler berichtet, der die gesamte Spannung nimmt. Die Zwerge und Bilbo sind im Einsamen Berg von Smaug und ich dachte, nun beginnt der große Kampf. Dann tauchte der Erzähler auf und zerstörte die ganze Geschichte. Am Ende habe ich gedacht, dass das wohl noch nicht alles gewesen sein kann, aber das war alles.

Ursprünglich sollte Der Hobbit auch als Kinderbuch vermarktet werden, wo der Erzähler eine größere Rolle spielt und vielleicht habe ich diese Tatsache etwas verdrängt. Jedoch sind Tolkiens Bücher für mich keine Kinderbücher, da sie so unglaublich komplex und meistens anspruchsvoll sind und besonders in Der Herr der Ringe die eigene Mythologie und die selbst entwickelte Sprache eine große Rolle spielen. Der Hobbit ist dennoch relativ leicht zu lesen und die Sprache ist sehr einfach gehalten. Es ist nicht die typische Wortgewandtheit, die wir von Tolkien kennen und vielleicht hat mich die Geschichte auch aus diesem Grund nicht überzeugen können.

 

„Mein Panzer ist wie zehn Schilde, meine Zähne sind Schwerter, meine Klauen Speere, mein Schwanz schlägt ein wie der Blitz, meine Flügel sind ein Hurrikan, und mein Atem bringt den Tod.“
Seite 297

 

Dennoch sind die Beschreibungen der Landschaften, Charaktere und Orte sehr ausgewogen beschrieben. Tolkien geht hierbei nicht zu sehr ins Detail, sondern findet genau die richtige Mischung, um sich alles mit eingenen Gedanken vorstellen zu können. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und damit absolut geeignet für die Leser, die die Filme noch nicht kennen. Ich frage mich hier, wie die Regisseure es geschafft haben, das Buch auf drei Filme auszuweiten, denn mit knapp 400 Seiten gehört es nicht gerade zu den dicksten Schmökern. Das Cover und die Illustrationen von Alan Lee gefallen mir sehr gut und sind wirklich toll gelungen. Weiterhin befinden sich noch zwei Karten im Umschlag des Romans, die ich ab und zu genutzt habe, um zu schauen, wo sich die Charaktere befinden und wie weit sie in etwa noch gehen müssen.

 

Fazit

Der Hobbit von Tolkien konnte mich leider nicht wirklich begeistern. Ich habe sehr viel mehr von der Geschichte erwartet, nachdem so viele Fans von dem Buch und dem Film geschwärmt haben. Die Handlung war angenehm leicht, bildhaft, aber dennoch fehlte mir die Spannung, das, was Tolkien wirklich ausmacht und vor allem der tolle Schreibstil, mit dem Tolkien mich in Der Herr der Ringe begeistert hat. Insgesamt jedoch eine annehmbare Geschichte und ich bereue es nicht, sie gelesen zu haben, denn sie ist die Vorgeschichte zu dem absolut fantastischen Klassiker und damit natürlich nicht ganz unwichtig.

Der Hobbit erhält von mir ein

Annehmbar

 


Bibliografische Angaben

Der Hobbit
J. R. R. Tolkien
Verlag: Klett-Cotta
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3608938005
Seiten: 398

3 thoughts on “„Der Hobbit“ von J. R. R. Tolkien”

  1. Liebe Marie,

    ich fand „Den Hobbit“ sehr gut. Okay… die Sprache war an manchen Stellen wirklich etwas ungünstig gewählt, aber die Geschichte an sich war klasse. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich ein Tolkienfan bin und wahrscheinlich alle seine Bücher lieben würde.
    Ich habe mir jetzt eine richtig schöne grüne Luxusausgabe von dem Hobbit bestellt. Bald müsste sie mit der Post ankommen. Ich bin schon sehr gespannt.

    Liebe Grüße
    Emm

  2. Meine liebe Emm,

    meinst du die grüne Ausgabe aus dem Klett-Cotta Verlag im Schuber, mit den ausklappbaren Karten und den goldenen Applikationen? Wow! Die habe ich auch schon gesehen, und obwohl ich schöne Ausgaben liebe, habe ich sie mir nicht gekauft, da ich noch nicht wusste, ob mich das Buch überzeugen kann. „Der Hobbit“ ist ja als Kinderbuch veröffentlicht worden und wahrscheinlich habe ich diese Tatsache einfach verdrängt. Mit deiner neuen Ausgabe wünsche ich dir ganz viel Spaß und vielleicht sehen wir ja bald einen Artikel dazu auf deinem Blog 🙂

    Liebe Grüße
    Marie

  3. Liebe Marie,

    genau die Ausgabe habe ich 🙂 Die sieht wirklich edel aus. Und in wenigen Tagen lese ich es auch endlich mal wieder. Ich werde davon dann auf meinem Blog berichten 😀

    Liebe Grüße
    Emm

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