Hallo, ihr Lieben!

Innerhalb weniger Tage ist es mir gelungen, die Geschichte um Furia und die Bibliomantik zu beenden und ich freue mich, dass auch im letzten Band noch so viel Spannendes passiert ist, dass es mich regelrecht von den Füßen gerissen hat. Natürlich weiß ich um das Talent des Autors Kai Meyer, auch in letzter Sekunde die Leser zu begeistern oder zu schockieren, in jedem Fall zu überraschen, doch ich habe bei Die Seiten der Welt – Blutbuch, nicht mit so viel Spannung gerechnet. Ich möchte euch einen Roman vorstellen, der das Ende der Bibliomantik beschreibt, das große Finale einer großartigen Trilogie.

 

Kurz und knapp

Bei dem Kampf um das Sanktuarium wurde Furia von den aufsteigenden Ideen verschluckt, doch Isis und Duncan können nicht tatenlos zusehen, und begeben sich auf den Weg, Furia zu retten, denn nur sie hat die Macht, die Bücher der Schöpfung umzuschreiben, die Welt damit zu retten und sie vor dem Untergang durch die Ideen zu bewahren. Doch was ist der Preis, den sie dafür zahlen muss? Die Ideen steigen unaufhaltsam auf und zerstören ein Refugium nach dem anderen. Nachdem Furia in den Nachtrefugien gelandet ist, ausgespuckt von den Ideen, wird sie von Phaedra, der Urmutter der Bibliomantik und Siebenstern, dem Autor der Bücher der Schöpfung, empfangen und sogleich für ihre Zwecke eingesponnen. Doch Furia flieht, denn sie ist nicht bereit, die gesamte Bibliomantik auszulöschen, das Leben der Tintlinge und aller Menschen aufs Spiel zu setzen. Durch die Kraft zweier Schiffe, die ihr Großvater Cassius Fearfax erbaut hat, reist sie zurück in die Residenz und wird dort freudig empfangen, doch sie muss bald wieder zurück, denn auf dem Weg dorthin trifft sie auf Isis und Duncan, die dringend ihre Hilfe brauchen. Wird sie es schaffen, die Welt vor dem Untergang zu bewahren und ihre Freunde zu retten?

 

Meine Meinung

 

„Aber man kann nicht jedes Problem dieser Geschichte lösen, indem man irgendein besonderes Buch auftauchen lässt.“
Seite 253

 

Nachdem das Sanktuarium untergegangen ist, war ich gespannt, was die einzige Überlebende, Rachelle Himmel, nun unternimmt, um an die Spitze der Macht zu gelangen. Dies hat sie relativ schnell geschafft und steht nun an der Seite von Jonathan March, Cats Vater, der ihr einen stetigen Aufstieg verspricht. Rachelle muss einsehen, dass die Macht anders herrscht, als sie es sich immer vorgestellt hat. Die Adamitische Akademie war eine Farce. Dahinter steckte so viel mehr. Eine Regierung, die die Mächte der Akademie so ausgerichtete, wie es ihnen passte, ihre Anweisungen anders ausgelegte, als besprochen und vor allem, eigentlich schon immer alleine herrschte. Rachelle Himmel möchte an der Spitze stehen, doch nicht für jeden Preis. Wieso sollte sie unschuldige Exlibri töten, die nicht freiwillig aus ihren Geschichten gefallen sind. Die Bibliomantik hat sie herausgeholt. Die Bilbiomantik ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen und ohne Furia wird die Welt untergehen. Sie wird von den Ideen verschlungen werden und aufhören zu existieren, doch Furia tut alles, um dies zu verhindern. Am Ende muss sie einsehen, dass es so viel mehr kostet, die Welt zu retten, als sie angenommen hat. Doch sie ist bereit, alles zu geben.

Furia war von Beginn an eine unglaublich starke Persönlichkeit. Nach dem Tod ihres Vaters kämpft sie an vorderer Front im Widerstand, um ihren Bruder Pip zu befreien. Doch damit ist es nicht getan. Wieder und wieder erlebt sie Rückschläge, die sie nicht aufhalten können, sich für ihre Freunde einzusetzen, sogar in Lebensgefahr zu begeben. Sie hat eine Persönlichkeit, die man sich auf für sich selbst wünscht, doch genauso fühlt man mit ihr. Innerlich fechtet sie einen Kampf aus und das immer wieder aufs Neue, doch sie gibt niemals auf. Wer kann das schon von sich behaupten. Dennoch muss ich auch die weiteren Charaktere betrachten, die alle unterschiedlich sind, aber jeder für sich einzigartig. Kai Meyer lässt den Leser nicht im Ungewissen, sondern berichtet mit vielen Details, was die Person ausmacht und alles weitere erfährt man, sobald man weiter liest. Es ist wirklich unglaublich, wie genau die Bilder sind, die der Autor in meinen Gedanken hervorruft. Ich hatte das Gefühl, ich könnte durch Furia in das Geschehen eingreifen, durch sie agieren und handeln und ihr damit helfen, die Welt zu retten. Aber letztendlich konnte ich es nicht ganz.

 

„Das hier ist deine Geschichte, und eigentlich hab ich nichts darin zu suchen.“
Seite 252

 

Kai Meyer berichtet schonungslos über das Ende der Bibliomantik und schreibt voller Spannung und Wortgewalt, wie nah das Ende sein kann, auch wenn man es noch nicht sieht. Das Sterben von Protagonisten ist ein Thema, welches in der Bücherwelt oft diskutiert wird. Ich möchte an dieser Stelle keine genaueren Details veröffentlichen, die das Buch betreffen, dass das würde jeden schönen Gedanken an das Buch zerstören, nicht nur bei mir, sondern auch bei euch. Allerdings möchte ich trotzdem ein bisschen über dieses Thema nachdenken. Ist es gerecht, wenn wunderbare Menschen sterben, die man in einem, zwei oder auch drei Büchern kennen und lieben gelernt hat? Nein, gerecht ist es nicht, aber der Autor oder die Autorin hat sich nunmal für dieses Ende entschieden und wird es, im Gegensatz zur bibliomantischen Welt, nicht mehr umschreiben können. Es ist so, wie es ist, und wir als Leser müssen uns damit zufrieden geben. Wir können protestieren, dem Autor Nachrichten und Briefe schreiben, doch am Ende ist es leichter, wenn wir das Ende so akzeptieren, wie es ist. Wir sollten diese Geschichten von der positiven Seite sehen und nicht dem nachtrauern, was wie sowieso nicht ändern können. Natürlich zeige ich hiermit eine Kleinigkeit aus Die Seiten der Welt – Blutbuch auf, doch ich war leicht entrüstet, nachdem ich die letzte Seite gelesen habe, obwohl die Geschichte eigentlich gut ausgeht.

 

Fazit

Der Abschluss der Trilogie ist dem Autor grandios gelungen. Ein letztes Mal dürfen wir Furia und ihre Freunde begleiten und fantastisch gelingt es dem Autor, so viel Spannung und Romantik in einem Buch zu verpacken. Ich möchte nicht mehr auf dieses Erlebnis verzichten und lege euch diese Reihe sehr ans Herz. Für alle, die Bücher über Bücher lieben, wird dies ein ganz besonderes Abenteuer, das sich keiner von euch entgehen lassen sollte. Voller Kraft und Einfühlungsvermögen zeigt uns Kai Meyer eine neue Welt auf, die es so noch nicht gegeben hat. Eine einzigartige Leistung!

Für dieses Werk gibt es ein verdientes

Ohnegleichen

 


Bibliografische Angaben

Die Seiten der Welt – Blutbuch
Kai Meyer
Verlag: Fischer Jugendbuch
Genre: Roman
ISBN: 978-3841402264
Seiten: 523

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