Hallo, liebe Bücherwürmer!

Zu diesem Buch bin ich über eine Rezension von der lieben Saskia gestoßen. Auf ihrem wunderschönen Blog hat sie über die Autobiographie des Astronauten Chris Hadfield berichtet, und da ich mich sehr für den Weltraum interessiere und die Forschung, die dort betrieben wird, sehr spannend finde, musste ich diesen Roman lesen. Seit Der Schwarm von Frank Schätzing lese ich Sachbücher oder Wissenschaftsbücher mit wachsender Begeisterung und ich konnte auch vor diesem wunderbaren Roman kein Halt machen.

 

Kurz und knapp

Chris Hadfield ist ein kanadischer Astronaut und flog dreimal in den Weltraum. Bei seinem letzten Einsatz war er einige Monate Kommandant auf der ISS, hat Einsätze geleitet und wichtige Techniken mit seinen Kollegen kontrolliert. Im All herrscht vollkommene Schwerelosigkeit und durch seine atemberaubenden Fotos und Videos zum Leben im Weltraum wurde er bekannt. Er berichtet über seinen Start als Astronaut, erzählt uns, dass man als Astronaut mehr Zeit auf der Erde mit Simulationen verbringt als im Weltraum und zeigt uns, was wir im All für unser eigenes Leben lernen können.

 

Meine Meinung

 

„Bereit für etwas zu sein, bedeutet nicht, sicher zu sein, dass es erfolgreich verlaufen wird, auch wenn es natürlich das ist, was man sich erhofft. Wirklich bereit sein bedeutet auch, sich im Klaren darüber sein, was schiefgehen kann – und einen Plan zu haben, um damit umzugehen.“ (Seite 72)

 

Die Begeisterung für den Weltraum und die damit verbundene Forschung ist heute schwer zu verbergen. Von der NASA oder auch der CSA werden so unglaublich viele Informationen veröffentlicht und Einblicke gegeben, dass man glauben könnte, bereits alles Wissenswerte erfahren zu haben. Doch dem ist keinesfalls so. Es ist vielmehr der Fall, dass man als Leser vom Autor überrascht wird, wie wichtig die Geschichte für ihn ist und wie groß das Spektrum ist über die Dinge, die wir nicht wissen. Wer wusste zum Beispiel, dass ein Astronaut mehr Zeit auf der Erde verbringt als im Weltraum? Natürlich hätte man sich dies denken können, aber ehrlich gesagt habe ich über diese Tatsache noch nie nachgedacht. Fast seine gesamte Karriere verbringt er mit Übungen und hartem Training, wenn es doch einmal hoch hinaus geht. Chris Hadfield flog dreimal in den Weltraum und zwei Missionen waren lediglich von kurzer Dauer. Maximal drei Wochen war er dabei unterwegs, doch trotzdem sind diese Aufenthalte in seiner Erinnerung geblieben, da sie wichtig waren. Nicht einmal hat er an dieser Tatsache gezweifelt. Dafür wurde er belohnt, denn er hat nicht nur Wichtiges für seinen Beruf gelernt, sondern auch viel für sein Leben. Sein Traum war es schon immer, Astronaut zu werden, um er hat sich immer auf alle Eventualitäten eingelassen. Er hat sich vorbereitet, damit er, wenn es soweit wäre, bereit ist, seinen Traum zu erfüllen. Er hatte immer einen Plan B und C und so weiter, doch selten musste einer dieser Pläne angegangen werden, da er sich konzentriert hat und immer bei der Sache war.

 

„Man muss nicht ständig auf Katastrophen gefasst sein, weil man überzeugt ist, dass einem jeden Augenblick der Himmel auf den Kopf fallen wird. Aber es ist sicher keine schlechte Idee, irgendeine Art Plan für unerfreuliche Zwischenfälle zu haben.“ (Seite 95)

 

Hadfield konnte mich ab der ersten Seite mit seinem wunderbaren, mitreißenden Schreibstil fesseln und ich war sofort Feuer und Flamme für die Geschichte. Das All besteht aus so vielen Einzelheiten, dass es fast unmöglich ist, alles zu begreifen. Und doch bringt uns der Autor ein kleines Stück näher heran. Mit viel Begeisterung erfahren wir die Haltestellen in seinem Leben, wie alles begann und was alles auf ihn zukam. Dabei ist er allerdings sehr auf dem Boden geblieben und nicht, wie eine Rakete abgehoben. Sachlich, aber dennoch spannend und witzig schreibt Hadfield über das Leben im All. Die Geschichte ist dabei in drei Teile aufgeteilt. Teil eins ist Vor dem Start. Wie bereitet er sich auf Missionen vor, was für ein Training müssen alle Astronauten und Kosmonauten absolvieren und wie bringt man Job und Familie unter einen Hut, wenn man kaum zu Hause ist? Wie ist das möglich? Hadfield verdankt dies seiner Frau Helene, wie er selbst schreibt. Sie hat ihn immer dazu ermutigt, an seinen Träumen festzuhalten und hart daran zu arbeiten, sie zu erreichen. Dabei hat sie ihm immer den Rücken freigehalten, sich um die gemeinsamen Kinder gekümmert und ihn auch während seiner Abwesenheit unterstützt. Selbst die Umzüge haben sie zusammen gemeistert.
Doch dies ist trotzdem nur ein kleiner Teil. Der größte Teil ist die mentale Einstellung. Es bringt nichts, wenn man diesen Beruf wählt, weil man darauf versessen ist, ins All zu fliegen. Das ist einfach nicht möglich. Bei jeder Weltraummission werden andere Astronauten ausgewählt, die gemeinsam die Zeit dort oben in der Schwerelosigkeit verbringen. Es reicht nicht, sich bei den Übungen und Simulationen bloß angestrengt zu haben. Man muss sie fühlen. Logisch denken und vor allem auch in wichtigen und heiklen Situationen einen klaren Kopf behalten. Dies ist nicht für jeden einfach, doch Hadfield hat es geschafft.

 

„Die ganze Welt zu sehen, verändert den eigenen Blickwinkel enorm.“ (Seite 354)

 

 

Teil zwei ist das Abheben. Hier geht es vor allem um das Leben im All. Durch die Videos, die Chris Hadfield bei Youtube online gestellt hat, wie gewisse, alltägliche Dinge im Weltraum vonstatten gehen, ist er bekannt geworden. Es geht um die letzten Sekunden bis zum Start, den Nervenkitzel, und dennoch muss man immer wieder daran denken, Ruhe zu bewahren. Wie fühlt sich der Start an? Es ist unglaublich, wie genau der Autor alle Details beschreibt. So fügen sich die kleinsten Bausteine ineinander und erzeugen ein wunderschönes Bild.
Teil drei ist schließlich Der Weg zurück zur Erde. Als Astronaut muss man damit leben, kurzfristig interessant zu sein, nämlich genau dann, wenn die Mannschaft es geschafft hat, heil wieder auf der Erde zu landen. Einige kommen damit nicht klar, doch Hadfield zeigt, wie er diese Erfahrungen verarbeitet hat. Er hält sich nicht nur an den großen Auftritten fest und lässt die kleinen Erfahrungen links liegen. Er beachtet die Kleinigkeiten und sammelt Erfahrungen, die ihn auch im Leben ein großes Stück weiterbringen. Und nicht nur ihn. Auch mich als Leser konnte er zum Umdenken bewegen, und das finde ich wunderbar. An einigen Stellen wurden mir regelrecht die Augen geöffnet über die Wichtigkeit der kleinen Dinge. Dies ist einfach wunderbar und atemberaubend.
Chris Hadfield beschreibt seine Aufgaben, was er und seine Kameraden in der Freizeit auf der ISS unternommen haben, um sich die Langeweile zu vertreiben und wie er sein Leben gemeistert hat.

 

„Von Zeit zu Zeit erscheinen vor den Fenstern eines Raumschiffs Wunder.“ (Seite 9)

 

 

Fazit

Anleitung zur Schwerelosigkeit ist meine erste Autobiografie, die ich gelesen habe und ich bin begeistert. Hadfields Schreibstil ist ruhig, aber dennoch an den richtigen Stellen witzig. Ein Hauch von Spannung konnte mich mitreißen und immer wieder bringt er Weisheiten ein, die wir selber für das Leben lernen können. Das Wichtigste ist, wir können sie auch umsetzen und ich denke genau dieser Aspekt macht diese Geschichte so unglaublich besonders und fantastisch.

Anleitung zur Schwerelosigkeit erhält, ohne dass ich lange nachdenken muss, ein

Ohnegleichen

 


Bibliografische Angaben

Anleitung zur Schwerelosigkeit – Was wir im All fürs Leben lernen können
Chris Hadfield
Verlag: Heyne
Genre: Autobiografie
ISBN: 978-3453200685
Seiten: 359

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.